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Friday, January 8, 2010

Rooting

8th of January 2009 was a memorable day in my life. It marked the arrival date of most of 'my munyas' on campus. I had joined the team four months earlier. Over the holidays, I had backpacked through Kerala and recovered from the continuously high work pressure. Refreshed and completely up for the challenge, I stood at the airport, pumped with adrenaline, awaiting my protégés. I remember every little detail of those first moments. They were not hard to identify. Most of them equipped with white canes, the majority of them with black skin color. They looked tired, tense, and anxious to arrive after their long journeys. We greeted them with flower chains and water. So odd to meet them in person after having studied their pictures and life stories, having exchanged countless emails. They came with high expectations and some doubts about spending one whole year in India. Now they were here! No time to waste, though a whole year lay ahead of us.

11 months later...

Between 15th to 18th December 2009: Dramatic scenes at the same airport. Time to say our good-byes. Tears and tight hugs were exchanged with tender words and heartly wishes. The chaos around luggage and papers was the same as upon their arrival. Some things had not changed. But our hearts and minds had developed. We had built friendships, relationships, life-long connections. We had shared the same space to live and work over months, including every breakfast, lunch, and dinner. We had seen each other laughing, crying, dancing, and screaming. We had experienced all imaginable heights and lows of some thirty people living in the same space for too long. Nevertheless, our good-byes were of a genuine nature. There was a special bond between us and with a little bit of nurturing it will forever be sustained.

Thursday, January 7, 2010

Zuhause

Heute hatte ich einen Termin bei "meinem" Zahnarzt. Es sind nur etwa 7 Minuten zu Fuss und daher stapfte ich hinaus in die weisse Winterwelt. Die eisige Luft erhellte sofort mein Gemüt. Die letzten Tage waren schwierig, denn der Kulturschock kroch langsam durch meine Adern. Wo waren nur all die Kokosnuss-Palmen und die lächelnden Menschen in ihren bunten Gewändern? Schon nach drei Schritten lief mir die Postfrau über den Weg. "Hallo und noch ein gesundes neues Jahr" wünschte sie mir. Ein paar Meter weiter grüßte unser sympathischer Nachbar. Sicher hätte er sich gern noch mehr unterhalten, aber ich war in Eile. Einen Zahnarzt lässt man nicht warten... Ich kam nicht weit, da rief mir schon die nächste Nachbarin einen Neujahrsgruss zu. Und ob ich nun wieder da sei? Ja, ich bin "mal wieder" hier und lachte. Ich bog um die Ecke und sah die Kirchturmspitze in der Ferne leuchten. Das Haus meiner Oma stand nur ein paar hundert Meter entfernt. Ich entschied, ihr nach dem Termin einen Besuch abzustatten. Plötzlich empfand ich in der klirrenden Kälte etwas Warmes: das Gefühl zu Hause zu sein. Hier kannte ich die Strassen 'wie meine Westentasche' und die Menschen ebenso. Manche Dinge veränderten sich hier nur langsam und das war auch gut so. Denn überall strömt Neues auf mich ein und nirgendwo kann ich mich so sicher bewegen wie hier. Ich kenne alle Spielregeln und es gibt (fast) keine Überraschungen. Obwohl ich erst im Sommer völlig benommen an einem Zaun entlang lief, der quer durch die Landschaft meiner Kindheit gespannt wurde. Zu unserem Weihnachtsspaziergang hatte er sich bereits 'in Luft aufgelöst'.

Meine Erinnerungen trugen mich weiter die Strasse entlang. Ich dachte an meine Kursteilnehmer, die nun auf der ganzen Welt verstreut ihr Gutes taten. Was sie wohl gerade machten? Ob es ihnen gut erginge? Wie gern ich sie doch bei mir hätte. Und in Gedanken stellte ich mir vor, wie sie mit mir durch den Schnee stapften. Eine laute bunte Truppe: schwarz, weiß, gelb, blind, gross, klein, alt, jung... Einige von ihnen froren, denn es war das erste Mal, dass sie Schnee und Eiseskälte erlebten. Der winterliche Spaziergang machte uns allen grossen Spass. Aber plötzlich machte sich ein düsterer Gedanke breit: wahrscheinlich würden wir nie wieder alle zusammen kommen. Zu weit entfernt wohnten wir, zu unterschiedliche Leben führten wir , zu gering die Chance auf ein Wiedersehen. Ich entschloss, dichter neben ihnen zu laufen. Wir bogen erneut um die Ecke und nahmen die Strasse nun ganz für uns ein. Ich lief ein bisschen langsamer, damit auch alle mitkamen. Noch während ich grübelte, wie und wo wir uns wiedersehen könnten, erreichten wir unser Ziel: die 'Blaue Lagune', Wirkungsstätte der wahrscheinlich kreativsten Zahnärztin weit und breit. Mit lautem Gelächter folgten sie mir durch die Tür...und auf einmal wurde es ganz still. Ich drehte mich um und sah sie nicht mehr. Wahrscheinlich wollten sie doch lieber draußen auf mich warten.